Frau Kemphues, was antworten Sie, wenn Sie nach Ihrem Beruf gefragt werden?
Eigentlich müsste ich sagen: Ich bin Eventmanagerin.
Warum diese Zurückhaltung?
Das klingt eher unnahbar und bringt nicht zum Ausdruck, was mir wichtig ist: in erster Linie Menschen zusammenzuführen und zum Staunen zu bringen. Und das ist in unserer Zeit mehr denn je eine Herausforderung. Ich selber habe das Staunen bis heute nicht verlernt.
Warum ist Ihnen das in Ihrem Unternehmen Event & Media so wichtig?
Weil nur Menschen, die sich überraschen lassen, die staunen können, bereit sind, neue Wege zu gehen. Menschen zu bewegen, das ist – unabhängig davon, ob es sich um ein Incentive oder um eine wissenschaftliche Tagung handelt – das Hauptziel eines jeden Events. Jeder Verantwortliche in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft weiß: Ohne innovative Ideen kann niemand Perspektiven entwickeln. Ohne Innovation kann niemand Zukunft gestalten. Und meine Kunden – in erster Linie Unternehmen, Hochschulen und Kommunen – verfolgen mit ihren Events bestimmte Ziele im Marketing, im Wissenstransfer, in der Unternehmenskommunikation.
Was macht ein gelungenes Event aus?
Ich frage einmal zurück: Denken Sie als Gast an ein schönes Fest, das Sie erlebt haben. Was hat es bei Ihnen ausgelöst?
Ein schönes Gefühl, eine schöne Erinnerung, manchmal auch einen neuen Blick auf Situationen und Menschen…
Das sind wichtige Aspekte. Ein gutes Event bleibt als positives Gefühl nachhaltig in Erinnerung – eine Erinnerung, die in die Zukunft weist. Damit diese Wirkung erzeugt wird, ist ein Zusammenspiel von perfekter Organisation, eine überzeugende Inszenierung und eine konsequente Dramaturgie im Programmaufbau erforderlich. Die perfekte Organisation, bei der eins ins andere greift, ist eine Grundvoraussetzung für den reibungslosen Ablauf. Sie muss absolute Zuverlässigkeit gewährleisten. Doch das alleine reicht nicht aus. Das Entscheidende ist die Stimmung unter den Menschen. Und die lebt von der individuellen Idee. Jeder kennt die zauberhafte Wirkung von Feiern: Menschen, die sich aus dem Arbeitsalltag als Mitarbeiter oder auch als Kunden kennen, sind in einer anderen Umgebung wie ausgewechselt und können anders aufeinander zugehen.
Darum legen sie so viel Wert darauf, Kulissen zu zaubern und Räume zu inszenieren?
Natürlich. Damit Menschen inspiriert werden und jenseits ihres Alltags den Augenblick genießen können. Damit einnehmende Atmosphäre und anziehendes Ambiente Emotionen und Fantasie wecken.
Das ist eine hohe Kreativleistung. Woher nehmen Sie Ihre schier unerschöpflichen Ideen?
Aus meiner Umgebung. Ich bin ein begeisterungsfähiger Mensch. Zum Wohle meiner Kunden lasse ich mich selber gerne inspirieren, lasse Eindrücke auf mich wirken und greife Impulse auf. Viele Ideen entstehen auch auf meinen Reisen.
Wie finden Sie heraus, was der Kunde möchte, was er mit seinem Fest beabsichtigt?
Niemand weiß ja, wenn er ein Fest plant, wie das genau auszusehen hat. Die Vorstellungen sind anfänglich noch diffus. So ist es zunächst einmal wichtig, herauszufinden, welche Wünsche, Erwartungen und Ziele mit dem Event verbunden werden. Um die Idee des Kunden herauszufinden und daraus seine einzigartige Event-Idee zu entwickeln, die durchgängig seine Handschrift trägt, führen wir im Vorfeld intensive Gespräche, um maßgeschneidert und treffsicher zu konzipieren. Unser Kunde ist der Veranstalter, er präsentiert sein Image, um ihn geht es. Wir stellen uns in seinen Dienst, damit er seine Ziele, die er mit dem Event verbindet, erfolgreich umsetzen kann. Gemeinsam mit unserem Kunden analysieren wir sorgfältig seine Ziele und seine Strategie. Wenn wir das beschreiben können, dann geht es darum, ein Konzept zu entwickeln und dem Kunden erste Vorstellungen zu vermitteln. Von diesem Moment an besteht unsere Aufgabe darin, dafür zu sorgen, dass daraus eine Idee wird, die Menschen beflügelt.
Das setzt viel Einfühlungsvermögen voraus?
Ja, aber mehr noch: Menschenkenntnis und vor allem Erfahrung. Manchmal müssen wir Kunden in dem, was sie sich vorstellen, behutsam bremsen, weil es nicht zum Image oder zu der Zielgruppe passt. Nicht selten ist unsere Rolle aber auch die, zu neuen Wegen, zu einer unkonventionellen und originellen Präsentation zu ermutigen. Die Beratung spielt bei Event & Media eine zentrale Rolle.
Wenn ich mich in die Rolle des Gastgebers, des Veranstalters hineindenke – wie wichtig ist eine „stilsichere“ Veranstaltung?
Außerordentlich wichtig. Um das zu erreichen, braucht es Fingerspitzengefühl. Darum ist ein Event Vertrauenssache. Denn nichts ist schlimmer als eine Veranstaltung, die nicht zum Kunden passt. Das ist noch verheerender als organisatorische Defizite. Eine solches Event hat nicht nur sein Ziel verfehlt, sondern er kann das Gegenteil von dem bewirken, was bezweckt wurde: ein beschädigtes Image. Darum ist bei Event & Media oberste Maxime, dass sich unsere Kunden in einer authentischen Inszenierung wieder finden, in der sie sich mit ihren Gästen wohlfühlen. Denn nur dann ist ungezwungene Unterhaltung möglich, die so wichtig ist, um Abstand zum Alltag zu bekommen und Menschen, Unternehmen und Themen neu zu entdecken, Neugier und Aufmerksamkeit zu wecken für das, was dem Veranstalter am Herzen liegt.
Sie verstehen Event & Media ausdrücklich nicht als Agentur, sondern als Unternehmen. Warum treffen Sie diese Unterscheidung?
Ich selber habe aufgrund meiner Herkunft – ich komme aus einem Unternehmerhaushalt – ein sehr positives Verhältnis zu dem Wort „Unternehmung“. Da schwingen Tatkraft und Engagement, Leistung und Ausdauer, aber auch Aufbruch und Abenteuer mit. Und das genau ist jedes Event. Darum bieten wir unseren Kunden Gesamtkonzepte und vermitteln nicht separat Räume, Catering und Unterhaltungskünstler. Dazu gehört selbstverständlich mein über Jahre gewachsenes, gut gepflegtes und darum funktionierendes Netzwerk, von dem unsere Kunden im hohen Maße profitieren. Ein Event soll inspirieren. Darum ist er nicht nur zu „managen“. Dass er über die Dauer der Veranstaltung hinaus wirkt, dafür setze ich mich persönlich mit Leidenschaft ein.


